Ausstellung

2020


Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
zu Gast im Theatermuseum

Bis 16. Februar 2020. Verlängert bis 3.März 2020



  • Ausstellungen Archiv
  • Von Kuriositäten und Raritäten – Zwei Gemälde im Vergleich


    Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
    zu Gast im Theatermuseum

    Bis 16. Februar 2020. Verlängert bis 3. März 2020

    Der niederländische Maler und Erfinder Jan van der Heyden (1637-1712) ist für seine minuziös ausgeführten Architekturbilder bekannt. Seine in weitaus geringerer Zahl geschaffenen Stillleben sind hingegen weitgehend unentdeckt. Von Letztgenannten befindet sich eines in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste in Wien, ein weiteres im Szépmüvészeti Múzeum (Museum der schönen Künste) in Budapest. Im Zuge einer Ausstellungskooperation zwischen den beiden Institutionen ist es gelungen, diese Werke zum ersten Mal physisch einander gegenüber zu stellen.
    Die Stillleben mit allerlei Luxusgütern aus der Zeit geben Einblick in fiktive Raritätenkabinette gelehrter Sammler. Über den Genuss der Betrachtung hinausgehend dienen derartige Darstellungen kostbarer Güter als geläufige, moralisierende Appelle an die zeitgenössischen Betrachter, sich der Vergänglichkeit allen irdischen Seins bewusst zu sein.
    Während im Gemälde der Wiener Akademie die Formen in feinmalerischer Manier präzise beschrieben sind und räumliche Tiefe überzeugend illusioniert wird, zeichnet sich das Stillleben aus Budapest durch eine großflächige Formgebung mit leuchtend bunten Farben und einer übersichtlichen Bildgestaltung aus. Zwischen den beiden Gemälden liegen mehr als vierzig Jahre. In ihrer unterschiedlichen Gestaltungsweise reagiert der Maler auf die Geschmacksvorlieben der jeweiligen Zeit.

    On Curiosities and Rarities – A Comparison of Two Paintings
    The Dutch painter and inventor Jan van der Heyden (1637–1712) is famous for his meticulously executed architectural scenes. In contrast, the few still lifes he created are relatively unknown. One of them can be found at the Paintings Gallery of the Academy of Fine Arts in Vienna, and another at the Szépmüvészeti Múzeum (Museum of Fine Arts) in Budapest. An exhibition project between these two institutions has made it possible to display these works together for the first time.
    The still lifes provide insight into the fictive cabinets of curiosities of scholarly collectors and show all kinds of contemporary luxury goods. Beyond the pleasure of viewing them, such depictions of valuable objects were commonly used as moralizing injunctions to remind viewers of that period of the transient nature of life.
    Whereas the painting from the Vienna Academy uses the fine painting technique to precisely render the shapes and convincingly portrays the illusion of spatial depth, the still life from Budapest is characterized by large shapes and a clearly laid out composition with a shallow depth of field. The two paintings were created over forty years apart. The different manner of presentation shows how the painter responded to changes in the prevailing taste of the time.

    Bild: Jan van der Heyden, Gorkum 1637–1712 Amsterdam
    Zimmerecke mit Raritäten, 1712, Öl auf Leinwand,
    © Szépmüvészeti Múzeum, Budapest